Wichtige Modelle und FunktionenDer erste Schritt in der Psychosynthese besteht im Erlangen einer gewissen Selbsterkenntnis, die Fähigkeit, sich in der eigenen inneren Welt vertrauensvoll und mühelos zu bewegen. Dazu müssen wir zunächst einmal mit diesem inneren Universum der Gefühle, Erinnerungen und Bilder in Beziehung treten, von dem uns unsere auf äussere Werte ausgerichtete Gesellschaft nur allzuleicht entfremdet. Die nächsten Schritte unserer Selbsterforschung bestehen darin, mit jenen Aspekten unserer selbst Verbindung aufzunehmen, die wir ins Unbewusste verbannt haben, weil sie so schmerzlich waren, dass wir sie nicht zulassen konnten, oder die mit dem bewussten Bild, das wir von uns haben, oder mit den herrschenden kulturellen Normen, unvereinbar sind.
Im Verlauf dieser analytischen Arbeit machen wir eine überraschende Entdeckung: wir sind gar kein einheitliches, unveränderbares Individuum; vielmehr stellen wir fest, dass wir eine Mischung aus miteinander im Widerspruch stehenden, sich verändernden Elementen sind, die in der Psychosynthese als "Teilpersönlichkeiten" bezeichnet werden. Mit Assagiolis Worten: "Wir sind nicht einheitlich. Häufig hegen wir die Illusion, dass dem so sei, weil wir nicht mehrere Körper oder mehrere Glieder haben, und weil die eine Hand nicht gegen die andere kämpft; in unserer inneren Welt jedoch ist genau dies der Fall - unterschiedliche Elemente und Teilpersönlichkeiten liegen ständig miteinander im Widerstreit; Impulse, Wünsche, Grundsätze und Bestrebungen befinden sich in ständigem Aufruhr."
Unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, Klarheit in diese Verwirrung zu bringen. |